Belbin an Hochschulen
Gruppenarbeit, die funktioniert
Kompetenzen sichtbar machen
Gruppenarbeit ist fester Bestandteil fast jedes Studiengangs, läuft in der Praxis aber oft nicht rund. Einige tragen die Last, andere tauchen ab. Konflikte bremsen das Projekt, und am Ende wird über die Fairness der Gruppennote gestritten. Viele Studierende können danach kaum benennen, was sie über Zusammenarbeit eigentlich gelernt haben. Arbeitgeber erwarten aber genau das. Absolventinnen und Absolventen sollen nicht nur Fachwissen mitbringen, sondern auch zeigen können, dass sie im Team wirksam arbeiten.
Teamkompetenz als Qualifikationsziel
Auch in Deutschland gehören diese Fähigkeiten zum Auftrag der Hochschulen. Der Studienakkreditierungsstaatsvertrag nennt neben der wissenschaftlichen Befähigung ausdrücklich „die Befähigung zu einer qualifizierten Erwerbstätigkeit und Persönlichkeitsentwicklung“ als Qualifikationsziel (Art. 2 Abs. 3 Nr. 1). Hochschulen müssen deshalb belegen können, wie Studierende Teamkompetenz aufbauen, wie Gruppenarbeit übertragbare Fähigkeiten fördert und wie sie die Studierenden auf den Beruf vorbereiten.
Das Belbin-Modell: Verhalten statt Persönlichkeitstyp
Die Belbin-Teamrollen beschreiben, wie sich jemand im Team tatsächlich verhält, und zwar im jeweiligen Kontext, nicht als festen Persönlichkeitstyp. Das Modell zeigt Stärken und die dazugehörigen Schwächen. Es legt Wert auf ein ausgewogenes Team und regt gezielt zur Reflexion an.
Was Lehrende davon haben
Was Studierende davon haben
eine gemeinsame Sprache, um über Teamarbeit zu sprechen
mehr Engagement und mehr Verantwortung im Team
eine strukturierte Grundlage für Reflexionsaufgaben
weniger dysfunktionale Gruppendynamik
eine bessere Studienerfahrung
Studierende erkennen, welchen Beitrag sie im Team leisten, und können ihre Stärken und Grenzen klar benennen.
Sie lernen, ihr Verhalten der Situation anzupassen, produktiv mit anderen zusammenzuarbeiten und Teamerfahrungen kritisch auszuwerten.
Diese Kompetenzen zählen spätestens im Praktikum und beim Berufseinstieg.
Typische Einsatzfelder
Orientierungs- und Einführungswochen
Module mit Gruppenprüfungen
MBA- und Masterprojekte
Leadership-Module
Praxisprojekte mit externen Auftraggebern
Projektmanagement
Erfahrungen aus Hochschulen
Belbin wird international an Hochschulen und Business Schools eingesetzt, unter anderem an der Cranfield University, der University of Liverpool Management School, der Esade Business School, der HES-SO (Westschweiz) und am SCMHRD in Indien, wo Belbin laut Belbin bereits über 1.200 Studierenden vorgestellt wurde.
4 Fallbeispiele
Einsatz in internationalen Programmen zur Förderung von Employability sowie kultureller und emotionaler Intelligenz.
Teambildung im Chemieingenieurstudium, wissenschaftlich begleitet mit Messung von Projekt- und Prüfungsergebnissen sowie der individuellen Verantwortlichkeit.
Teamzusammenstellung in interdisziplinären Innovationsprojekten.
Belbin-Reports für bessere Kommunikation, weniger Konflikte und das Erreichen von Projektzielen.